Schreiblehrling

Zeugs, Gedöns und Blabla

airbnb – bei Fremden zuhause

airbnb, das ist, wenn Privatleute ihre Wohnung vermieten.  Sie lassen Menschen, die sie noch nie zuvor gesehen haben, in ihrer Küche kochen, ihre Handtücher benutzen und in ihren Betten schlafen. Um ehrlich zu sein: Viel hatte ich mir nicht erwartet, als ich vor einiger Zeit das erste Mal über den internationalen Service eine kleine Reise nach München unternahm. Aber es kommt ja immer anders, als man denkt.

Patrick heißt der User, dessen Zuhause wir für ein Wochenende in der Nähe von München gebucht hatten. Leider wurde es bei uns etwas später und wir kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit bei ihm an, aber das war kein Problem, denn er hatte uns vorher geschrieben, wo wir den Haustürschlüssel würden finden können. Er sei dieser Tage nämlich sowieso nicht zu Hause. Das war auch gleich erste Überraschung: Ein ganz gut bewertetes Benutzerprofil sorgt offenbar für jede Menge Vertrauen. Kleider machen ja bekanntlich auch Leute.

Weil in München gerade Messe war, waren sämtliche Hotelangebote preislich weit jenseits unserer Schmerzgrenze, darum hatten wir uns überhaupt für die etwas abenteuerliche Buchungsart entschieden. Wir blieben etwas außerhalb der Stadt und erreichten damit einen unschlagbar günstigen Zimmerpreis. Wobei das Wort „Zimmer“ nicht ganz zutrifft: Nach dem Verlassen der Autobahn und einer kurzen Kurverei durch kleine Ortschaften fuhren wir schließlich auf das Gelände, zu dem das Navi uns brav geleitet hatte.

Es handelte sich um ein nahezu neu gebautes Haus mitsamt Grundstück, neuem Rasen und frisch angepflanzten Heckenbüschen. Der Schlüssel war schnell gefunden – wir waren hier also richtig – und schon stolperten wir mit offenen Mündern staunend durch das Haus: Große Designerküche mit Elektrogeräten namhafter Hersteller, ein Kamin, Sky-Fernsehen, in den Terrassenboden eingelassene LED-Strahler, ein riesiges Badezimmer mit Regendusche und großzügiger Badewanne sowie ein Himmelbett. Mit anderen Worten: Es sah aus wie bei „schöner Wohnen“. Diese zweite Überraschung übertraf meine Erwartungen bei Weitem.

Patrick hatte uns zwar ausdrücklich erlaubt, alles im Haus benutzen zu dürfen, dennoch machten wir uns nach dem Auspacken etwas schüchtern ans Kochen des Abendessens – schließlich will man in einer fremden Küche keine Unordnung machen. Das abendliche Frischmachen in der, ich möchte fast „Duschlandschaft“ sagen, war ein Highlight für sich.

Tja. München selbst empfing uns regnerisch und wenig einladend – ich möchte gerne noch einmal wiederkommen und all die Dinge unternehmen, die an dem Wochenende wegen des Wetters nicht möglich waren.

Der Abreisetag kam aber natürlich trotzdem schneller als erwartet und so sollte es gleich nach dem Frühstück gegen 9 Uhr losgehen. Nach einem ersten Aufwachen so etwa um 7 Uhr hatten wir uns gerade noch einmal umgedreht, als ich plötzlich Geräusche aus dem Erdgeschoss hörte. Das macht natürlich blitzartig wach. Und tatsächlich: Patrick war nach Hause gekommen. Er sah ziemlich müde aus und verzog sich sofort in ein anderes Zimmer, um genau zu sein in sein Arbeits- und Gästezimmer, denn sein eigenes Bett war ja nun belegt. Wir verließen das Haus ohne ihn noch einmal gesehen zu haben.

Einige Stunden nach der Abfahrt erreichte uns eine Nachricht von airbnb: Patrick hatte uns eine gute Bewertung hinterlassen. Wir hatten also wohl doch nicht zu viel Unordnung in sein Haus gebracht, ein Neubau außerhalb der Stadt, bei dem sich über die Gründe, weshalb er an andere vermietet wird, statt ihn selbst zu nutzen, nur spekuliert werden kann.

Aber wir kommen gerne wieder.

Über Glück im Allgemeinen und Speziellen

Glück? Bemühte man zu dem Wort eine Sprüche-Website, was ich tunlichst unterlasse, dann würde man wahrscheinlich hunderte, wenn nicht tausende Ergebnisse bekommen. Glück ist nun mal für jeden etwas anderes. Wie sieht mein durch und durch glücklicher Tag aus? Döner kommt auf jeden Fall drin vor, und ganz sicher fehlt darin auch ein Wecker…

Glück hat eine Eigenschaft, die auf jedermanns Glücksgefühl zutreffen sollte: Es lässt sich nicht planen. Ich kann nicht planen, morgen im Lotto zu gewinnen, ich kann nicht voraussehen, ob ich beim nächsten Autounfall nur mit einem Blechschaden davon komme und ich weiß auch nicht, ob die Suche nach einer neuen Wohnung recht bald oder erst in einigen Monaten von Erfolg gekrönt sein wird. Glück lässt sich nicht erzwingen. Hart arbeiten, um nach ein paar Jahren die ersehnte Million auf dem Konto zu haben – das geht nicht allein mit Glück (hat aber vielleicht damit zu tun). Glück tritt vielleicht ein, vielleicht auch nicht. Wenn ich zum Beispiel Minigolf spiele, ist der direkte Treffer ins Loch ausschließlich Glücksache, bei Profis steckt viel Training dahinter und das Glück spielt höchstens noch eine Nebenrolle.

buddha-luck

Beim Nachdenken über das Glück ist mir nicht nur aufgefallen, dass jeder darunter etwas anderes versteht. Sogar für mich allein ist das Gefühl, glücklich zu sein, je nach Gefühlslage unterschiedlich, sogar je nach Alter! Bei der Einschulung hatte ich Glück, dass ich mit meinem besten Freund in der gleichen Klasse landete. (Das dachte ich jedenfalls – vielleicht stand das auch per se fest. Wir lernen, Glück kann auch geschwindelt sein.) In der Schulzeit war es Glück, wenn Stunden ausfielen, die oder der Angebetete die Avancen erwiderte oder man in der Pause den Großen nicht das Butterbrot abgeben musste. Mit viel Lernen und einer großen Portion Glück bestand ich irgendwann die Führerscheinprüfung. Glück war und ist es, im Kino neben den richtigen Menschen zu sitzen und keine Popcornwerfer, Dauerhandybenutzer oder über-den-Film-Diskutierer um sich herum zu haben.

Ist Pech denn eigentlich bloß die Abwesenheit von Glück? Nein, das reicht leider nicht: Pech ist das Anti-Glück, nicht nur der nicht gefangene Brautstrauß, sondern auch noch als Verlierer bei der Reise nach Jerusalem und schlussendlich ohne Unterhose dazustehen (wem das nichts sagt, der war noch nie bei einer Hochzeit mit traditionellen Spielen – und kann sich wahrlich glücklich schätzen).

Glück ist es, eine Familie und Freunde zu haben, auf die man zählen kann. Glück ist es, die Zeit für Veränderung zu erkennen. Glück ist aber auch ein Nutellabrot. Ich glaube fest, dass wir alle täglich tausendfach Glück haben und es in den meisten Fällen gar nicht erst merken. Das Glück ist also schüchtern und zeigt sich nicht so häufig – man muss dafür ein bisschen die Augen offen halten. Aber wenn man sich daran gewöhnt, trifft man es ständig an. Probiert das mal aus. 

Foto: IamColorBlind / pixabay

Augmented und Virtual Reality

Augmented und Virtual Reality, diese beiden Schlagwörter sind der aktuelle heiße Scheiß der Technikszene. Aber was ist das überhaupt?

Augmented Reality

„Unter erweiterter Realität versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung“, sagt Wikipedia. Dabei wird also über die tatsächliche Welt eine weitere gelegt. Man läuft zum Beispiel durch die Innenstadt und trägt eine Brille, auf deren Gläsern zusätzliche Informationen eingeblendet werden. Eine Wegbeschreibung, die Preise der Läden in der Nähe, die eigene Twitter-Timeline oder die neuesten Nachrichten.

Es gibt bereits viele Angebote auf Smartphones, die das System nutzen. Ein ganz praktisches ist Google Translate: So kann man die Kamera einfach auf einen Text halten und dieser wird live in eine andere Sprache übersetzt. Hier ein Video dazu, das Vorschaubild reicht sogar für einen Eindruck:

Irgendwer hat es natürlich schon wieder übertrieben

Etwas aufgeregter geht es bei einer Veröffentlichung auf imgur zu. Da steigt jemand aus einem Bus aus und geht eine Straße entlang. Beim ersten Ansehen habe ich erst gar nicht verstanden, was ich da sehe, bis mir klar wurde, dass es sich da auch um Augmented Reality handelt. Die echte Welt ist fast komplett überlagert mit Informationen.

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Neben dem für meinen Geschmack viel zu aufdränglichen Geblinke ist in dieser Zukunftsvision eine Sache offensichtlich: Da ist überall Werbung. Hm, hatte ich mir darüber nicht schon mal Gedanken gemacht? Werbung findet immer einen Weg…

Die Öffentlich-rechtlichen haben auch schon drüber nachgedacht

Schlussendlich gibt es mit „Operation Naked“ eine großartige Mockumentary – also eine fiktionale Dokumentation. Daebei geht es um eine Datenbrille, die Zusatzinformationen einblendet, allerdings dezenter als im vorigen Beispiel. Der Film hat es jedoch in sich, hier ein Film aus der ZDF-Mediathek: Ein echter Fernsehbeitrag über die fiktionale Dokumentation. Etwas verwirrend. Leider ist „Operation Naked“ selbst nicht mehr abrufbar.


 
Wir halten fest: Augmented Reality ergänzt die Realität um zusätzliche Elemente. Lässt sich das überhaupt noch toppen?

Virtual Reality

„Als virtuelle Realität wird die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung bezeichnet“, heißt es bei Wikipedia. Bedeutet: Eine gläserne Brille reicht da nicht mehr aus. Bei der virtuellen Realität will man die nicht-virtuelle ausschalten. Wie im Kino oder im Traum.

Die Technik hat offenbar eine dermaßen aussichtsreiche Zukunft, dass niemand geringeres als Facebook schon 2014 ganz offiziell Interesse bekundet hat – und zwar für 400 Millionen USD in bar und 1,6 Milliarden USD in Facebook-Aktien. Keine kleinen Fische also.

Die Technik indes muss noch etwas reifen. Die virtuelle Realität ist nämlich so gut, dass den Benutzern mitunter schwindelig und sogar übel wird. Zu viel für ein einziges Gehirn!

Und wie sieht so eine „Brille“ aus? Ziemlich dezent und ausgesprochen modisch:

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By dronepicr [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

„Und was ändert sich für mich?“

Ob wir wohl irgendwann das Haus gar nicht mehr verlassen brauchen? Sicherlich nicht nur wegen einer dieser Brillen, aber sie könnten ihren Teil dazu beitragen. Während Augmented Reality auf den ersten Blick („Blick“, haha, ha) eher für Anwendungen im Freien geeignet scheint, also für die angesprochenen Busverbindungen, ist die virtuelle Realität sicher nur in geschützten Räumen zu gebrauchen.

Ich wüsste derzeit nicht, was ich im Büro davon haben sollte. Aber das hat man bei Computern vielleicht anfangs auch nicht so recht geahnt…

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