Warum wir alle mehr twittern sollten

Dieser Artikel der WELT listet fünf Gründe, warum Deutschland mehr twittern sollte. Zunächst ein paar Zahlen: Hierzulande nutzen nur etwa 540.000 Menschen den Kurznachrichtendienst, das sind 7,1 Prozent der über 15-jährigen Onliner. In den Niederlanden sind es 35 Prozent. Was mich wundert ist die Zahl der US-amerikanischen Nutzer, dort sind es nur knapp 20 Prozent – ich hätte vermutet, dass dort die Keimzelle der User sitzt. Platz zwei belegt die Türkei, Nummer drei geht an Japan, gefolgt von Venezuela und Indonesien. Man sieht, Deutschland (Platz 14) gehört nicht zu den Hotspots und liegt sogar unter dem weltweiten Durchschnitt von knapp 12 Prozent.

Die WELT sagt, jeder habe Interessen, die sich auf Twitter teilen und verfolgen ließen, man könne netzwerken ohne diejenigen kennen zu müssen wie zum Beispiel bei Xing oder LinkedIn. Unternehmen und Personen des öffentlichen Interesses sind auf Twitter ansprechbarer als auf ihren Websiten. Und: Auch Schweigsame können dabei sein – man muss ja nichts veröffentlichen sondern kann auch einfach nur mitlesen. Nicht zu vergessen der Spaßfaktor beim Fernsehen mit Twitter, darüber schrieb ich ja selbst auch schon.

Es gibt aber mehr Gründe, warum wir häufiger zum Smartgerät greifen sollten: Twitter hat anderen Netzwerken, allen voran Facebook, so viel voraus: Es ist schnell, ehrlich, einfach und irgendwie „leicht“. Facebook zum Beispiel würde ich in den gleichen Kategorien als langsam, unehrlich, unverständlich und schwer bezeichnen. Warum?

Schnell vs. langsam: Die Twittertimeline rauscht bei einer ausreichenden Anzahl an gefolgten Personen nahezu sekündlich nach unten. Die Nachrichten sind kurz (maximal 160 Zeichen) und gebündelt, trotzdem ist das Lesen aber völlig ungestresst. Bei Facebook hängt man gerne mal viel zu lange an einem Post fest.

Ehrlich vs. unehrlich: Bei Twitter weiß man, was man bekommt. Wie gesagt, hier und da Werbung, das ist es. Dafür schreibt das Unternehmen momentan aber auch noch rote Zahlen. Facebook – nun ja, das muss man ja nicht erklären…

Einfach vs. unverständlich: Ja, Twitter erschließt sich nicht auf den ersten Moment. Es gibt drei oder vier Dinge, die man erst verstehen muss, danach ist das «Twitterversum» aber komplett erschlossen. Anders bei Facebook: Obwohl ich schon seit Jahren dort angemeldet bin, verstehe ich diese Website immer noch nicht. Mal verschwinden Nachrichten oder tauchen Dinge auf, die ich schon gelöscht habe, dann verändern sich die Einstellungen regelmäßig von allein, auch die Anzeige der «relevanten Nachrichten» ist höchst fragwürdig.

Leicht vs. schwer: Verzeiht das Bild: Twitter fließt dahin wie ein kühler Bergbach. Facebook hingegen mutet an wie eine «Big Mama», die, wenn man den Teller fast leer gegessen hat, ungefragt eine ungleich größere Portion darauf klatscht. «Iss, Jungchen!» Das ist doch nicht mehr schön! Die völlig überfrachtete blaue Like-Maschine ist das mit Abstand größte soziale Netzwerk der Welt – aber das bedeutet nicht, dass es auch das beste ist.

tl;dr: Twitter-Hype, Facebook-Rant: Je mehr Menschen sich bei Twitter anmelden, desto besser wird‘s! Erste Hürde ist der Einstieg, aber der ist bald geschafft. Echt.

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