Der erste Arbeitstag des Jahres für mich. Als der Wecker klingelt, fühlt sich alles nach viel mehr tiefster Nacht an als es das sollte. Immerhin nicht unerwartet. Zum Frühstück gibt es Croissants, die von einem gestrigen Brunch im Café übrig sind – ein schöner Nachklang.
Danach sitze ich im Heimbüro vor dem Laptop und stelle fest: Der Urlaub muss außergewöhnlich entspannend gewesen sein, ich habe nämlich das Haupt-Passwort vergessen. Zum Glück, und ich danke meinem früheren Ich, dass es das bedacht hat, habe ich es bei der Änderung vor einigen Wochen in meiner Passwort-App aktualisiert. Uff. Das wäre ein peinlicher Start gewesen. Zumal auch das interne Ticketsystem der IT nicht richtig funktionieren will, wer könnte es ihm verdenken. Wäre aber auch egal gewesen, denn bis zum Ticketsystem hätte ich es ohne Passwort sowieso nicht geschafft, hätte also in keinem Fall ein neues bekommen können.
Über die Feiertage sind viele Mails gekommen, wie das halt so ist, und überraschend wenig davon ist Spam. Schade. Es stehen in den nächsten Tagen Änderungen bei Arbeitszuschnitten an und dazu haben sich in den Weihnachtstagen noch Dinge ergeben, Verträge werden geschickt und empfangen, es ist ein ganz spannender Montag. Nach dem Sortieren aller und dem Abarbeiten der ersten Mails sowie zwischendurch einigen Telefonaten ist dann schon Mittagspause (Omelette mit Brot und Pesto) und alsbald Feierabend.
Da fällt auf einmal runder Schnee, richtige Kügelchen sind das. Wenn ich nicht sicher wäre, dass über mir keine Frau Holle die Styroporverpackung ihres neuen Breitbildfernsehers zerschneidet, würde ich nicht glauben, dass der Schnee echt ist. – Oha. Das waren drei Verneinungen. Eine Kollegin sagte einmal: „Deine Idee ist gar nicht mal so unblöd.“ Wir mussten kurz überlegen, was sie da gesagt hatte und fanden heraus, dass sie die Idee versehentlich blöd genannt hatte. Ich schweife ab. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass der Schnee echt ist. Bei den Temperaturen würde selbst eine Frau Holle nicht lange am Fenster stehen und Zeug hinauswerfen wollen. Sie ist es in diesen Breitengraden auch gar nicht mehr gewohnt, vielleicht zeigt sich das Alter und sie mag es nicht mehr so zugig.
In der Freundesgruppe beschließen wir, demnächst ins Theater zu gehen. In der Bonner Oper spielen sie das Musical Tootsie nach dem Film von 1982 mit Dustin Hoffmann, hier der damalige Trailer. Ich bin gespannt. Natürlich auf das Musical, zuerst aber darauf, ob wir überhaupt einen Termin finden, an dem wir alle Zeit haben – an mir wird es nicht liegen. Gerade habe ich die Terminumfrage herumgeschickt, da klingelt es an der Tür und die Lebensmittellieferung wird gebracht. Ich kaufe fast alles selbst ein, aber seit einigen Monaten lasse ich mir regelmäßig 12 Liter Milch an die Tür bringen, das macht beim tagtäglichen Geschleppe einen großen Unterschied.
Dann falle ich kurz ins Bett und draußen knipst jemand das Licht aus. In diesen Monaten ist es schwer, das Tageslicht zu erwischen, vor allem wenn man im Homeoffice ist. Dafür schneit es schon wieder, Frau Holle hat es sich wohl anders überlegt und schüttelt ordentlich die Betten auf, außerdem ist anzunehmen, dass das Zeug liegenbleibt. Während des Abendessens hören wir draußen Schürf- und Kratzgeräusche, die vorbildlichen Nachbarn räumen schon auf.
Beim abendlichen Spaziergang dann herrliches Knirschen unter den Schuhen.

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag“, kurz #wmdedgt, ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens und findet an jedem 5. eines Monats statt.
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