Zu früh gefreut: Kein Apple Pay bei Rewe

Da schiebt einer ein Video ins Netz, in dem zu sehen ist, wie jemand mit einem iPhone 6 in einem Rewe-Supermarkt an der Kasse bezahlt. Nanu, denkt man sich, das ist doch noch gar nicht möglich? Stimmt! Aber das Video sieht so echt aus!

Ein Schritt zurück: Worum geht es überhaupt? Apple hat bekanntermaßen von fast allen Benutzern die Kreditkartendaten und sich überlegt, dass sich damit doch mehr anfangen ließe als bislang. So haben sie im vergangenen Herbst ein neues Zahlsystem vorgestellt, bei dem der Käufer an der Kasse nur noch sein Smartphone an ein Zahlgerät halten und die Zahlung mit seinem Fingerabdruck bestätigen braucht (kein Durchziehen, kein Einlesen, nur in die Nähe halten). Möglich macht dies ein NFC-Chip und das steht für „near field communication“. So sieht das Ganze dann aus:

Die Frage der Sicherheit lasse ich mal außen vor – natürlich beteuert Apple, alles sei völlig sicher und für sie unlesbar. Leider startete der Service zunächst aber nur in den USA. Hierzulande müssen wir noch ein wenig warten und ich habe mich in dieser Pause mal umgesehen: Die Supermarktkette Netto bietet das Zahlen per hauseigener App an.netto Also durchlief ich den einige Tage dauernden Registrierungsprozess. Dieser dauert deshalb so lange, weil die Kontoverbindung bestätigt werden muss, was einige Banktage benötigt. Also stand ich neulich im Netto und tätigte einen typischen Twitter-Einkauf. An der Kasse hält man dann einfach sein Handy hoch, es zeigt einen vierstelligen Zahlencode an und sobald dieser in die Kasse eingetippt ist, wird der Betrag vom Konto abgebucht und man erhält die Quittung in der App. Großartig. Aber es geht ja noch einfacher, wie wir inzwischen wissen!

Nun ist also dieses Video aufgetaucht, das behauptet, Apple Pay würde mittlerweile schon bei Rewe funktionieren. Hier der Stein des Anstoßes:

Nun stand ich heute zufällig bei Rewe an der Kasse und hatte ein identisches, schwarzes Zahlkästchen vor der Nase wie das im Video. Vielleicht hätte ich einfach mein Handy ziehen und wie selbstverständlich „ich zahle mit dem Smartphone“ sagen sollen – aber das hätte natürlich nicht funktioniert, schon allein wegen einer fehlenden Einrichtung auf meinem Gerät.

Trotzdem fragte ich die Kassiererin, während ich meine Münzen zusammensuchte, ob es denn theoretisch möglich sei, auch nur mit Handy und Chip an dem Gerät zu zahlen. Sie zunächst: „Na klar geht das.“ Ich muss danach so verblüfft geguckt haben, dass sie wohl noch einmal nachdachte und sich dann korrigierte: „Ach, mit dem Handy meinen Sie? Nee, das geht hier noch nicht. Bei anderen vielleicht, aber bei uns noch nicht. Sie können hier nur mit Karte und Chip zahlen.“ Ein wenig enttäuscht war ich ja doch. Sollte das Video ein Fake sein?

Beim Heimweg twitterte ich das Ergebnis dieser Mini-Umfrage und bekam prompt eine Antwort des Supermarktes:

Ein Pech! So hieß es außerdem: „Die Urheberschaft des Videos ist uns leider nicht bekannt.“ Da fragt man sich doch: Woher kommt es denn dann? Die Kommentare lesen sich, als wäre der Urheber ein ganz normaler Einkäufer, der eben die letzte Hürde genommen hat, die das iPhone davor zurück hält, sich auch tatsächlich als digitale Geldbörse nutzen zu lassen: Die Hinterlegung einer Kreditkarte. Das ist derzeit nämlich nur mit US-amerikanischen Kreditkarten möglich, also muss man das Gerät als US-Gerät verwenden und eine entsprechende Karte eintragen (Anleitung).

Das ist mir aber zu aufwändig, oder mit anderen Worten: Der Leidensdruck ist nicht so unsagbar groß, dass ich das ausprobieren müsste. Also warte ich lieber, bis Apple Pay hierzulande offiziell startet und gehe bis dahin eben nur noch zum Netto.

2 Kommentare

  1. Ich bin auch sehr gespannt, wie sich das ganze Thema hier bei uns mit Apple Pay entwickeln wird. Aktuell gehöre ich sicherlich auch nicht zu denen, die tatsächlich darauf zurückgreifen werden, dennoch ist das ganze schon sehr interessant.

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