Heute ist Welttag des Buches und des Urheberrechts, und um den vorderen Teil dieses Feiertags zu zelebrieren, werde ich den nächsten Tagen einige Buchempfehlungen veröffentlichen. Neulich habe ich ein bisschen zum Welttag des Buches im Internet recherchiert und mir fiel auf, dass das Lesen da nur aus zwei Blickrichtungen betrachtet wurde: Es gab Shakespeare & Co. sowie lesende Kinder. Was fehlt, ist das einfache Lesen zum Hobby. Sich hinsetzen oder -legen und in eine andere Welt abtauchen. Das Wichtige dabei: ohne Ziel. Diese Art von Lesen dient nicht dazu, in wichtiger Gesellschaft Zitate von Autoren runterleiern zu können, die die Welt verändert haben. Es geht auch nicht darum, das Lesen zu trainieren oder überhaupt den Umgang mit Büchern zu lernen. Lesen einfach nur aus Spaß an der Freude kam mir zu kurz.
Zum Glück ist diese Form des Lesens ganz generell im Internet natürlich vertreten. Buchblogs, Online-Lesekreise, Podcasts, und, klar, auch BookTok. Erst kürzlich ist mir außerdem The Storygraph als Goodreads-Alternative in die Finger gekommen. Man markiert dort die Bücher, die man gelesen hat, gibt vielleicht auch eine Bewertung ein. Außerdem beantwortet man einen kleinen Fragebogen zu den eigenen Vorlieben und Themen, zu denen man nichts lesen will. Anschließend kann das System persönlich zugeschnittene Empfehlungen bieten, und dieser Algorithmus scheint mir besser zu sein als der von der Konkurrenz. Wer KI will, kann obendrein bei einzelnen Büchern eine persönliche Empfehlung erhalten: „Wenn dir heute nach Thema XY ist, könnte das was für dich sein, weil du in der letzten Zeit ja auch mehr von A und B gelesen hast. Magst du heute aber dieses oder jenes nicht, lass es lieber sein.“ Cool.
Ansonsten? Das Lesen selbst! Immer, wenn ich über Statistiken des Leseverhaltens der Deutschen stolpere, wundere ich mich, wie klein der Anteil von eBooks gegenüber gedruckten Büchern ist und offenbar auch bleibt. In seinem Artikel Kaffeesatzlesen für eine Dekade: Zehn Jahre später wirft Kaffeehaussitzer einen Blick auf die Buchbranche vor zehn Jahren und heute, und er vergleicht seine damalige Vorausschau mit den heutigen Tatsachen. Wie das wohl in weiteren zehn Jahren aussieht?
Ich lese jedenfalls vornehmlich eBooks. Bücher aus Papier finde ich in aller Regel unhandlich, außer, es sind Reclam-Heftchen, aber bei denen muss ich an die Schulzeit denken, was das Lesen auf andere Weise anstrengend macht. Wer digitale Bücher mag und noch kein Abo bei einer Bibliothek hat, dem sei diese Sammlung empfohlen. Dort ist nicht nur vermerkt, welche Stadtbibliothek Online-Zugänge anbietet, sondern auch, ob man für die Registrierung überhaupt vor Ort sein muss. Bedeutet: Es gibt Bibliotheken in Deutschland, die Zugänge anbieten, die man komplett von zu Hause aus einrichten kann. Das ist ja wohl der Knaller für all diejenigen, die keine (solche) Bibliothek in der Nähe haben.
Aber ob man sie nun auf Papier, auf dem Bildschirm oder als Audio konsumiert: Bücher sind möglicherweise eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit, und man kann sie nicht hoch genug loben und feiern. In diesem Sinne: Einen guten 31. Welttag des Buches!
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