Am 23. April war Weltbuchtag, darum schreibe ich über einige Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe und die mir ganz besonders gut gefallen haben.Die Herrenausstatterin habe ich mir nur deshalb gekauft, weil ich die anderen Bücher Mariana Leky sehr mag. Mir gefällt ihr Schreibstil.
Ich habe immer geglaubt, das Leben sei eine Einladung mit Tischkärtchen. Als müsste man sich, schon aus Gründen der Höflichkeit, auf den Stuhl setzen, der einem zugewiesen wird, auch wenn es am anderen Ende des Tisches viel lebhafter zugeht. Ich möchte Ihnen sagen: Das ist ein Irrtum. Es ist eine Einladung mit freier Platzwahl.
Die Ich-Erzählerin in diesem 200-seitigen Roman hat ein Problem: Ihr Ehemann verlässt sie gleich zu Beginn der Geschichte, und naturgemäß weiß sie nicht wohin vor lauter Überforderung. Da sitzt eines Tages ein Mann auf dem Rand ihrer Badewanne und stellt sich als Herr Dr. Blank vor. Die beiden freunden sich an, und als sich herausstellt, dass Blank tot ist, ist das für beide keine große Sache. Der Feuerwehrmann, der anderntags vor der Tür steht, ergänzt die Truppe und den Großteil des Buches erleben die drei gemeinsam Dinge – dass der Feuerwehrmann Blank nicht sehen kann, ist für niemanden ein Problem.
In der Geschichte geht es um Verlust, um den Umgang mit dem Tod, um Liebe, Beziehungen, das (Über-)Leben an sich, also um die großen Themen, die die Menschen beschäftigen. Mariana Leky schafft es, wie auch in ihren anderen Büchern, dabei einen perfekten Ton anzuschlagen. Das Buch ist komisch, lustig und gleichzeitig tieftraurig. Es macht außerdem Mut. Eine seltsame und breite Mischung – aber nichts anderes habe ich von der Autorin erwartet.
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