Das war der Juni 2026

30. Juni 2026 · Kommentieren

Im Juni bereitete ich allerlei Backwerk, Pesto und Marmelade zu, überraschend viel sogar, und schaltete danach für den Rest der Zeit auf Schlafmodus um. Die KI half bei Fußballtipps, ich schreibe seit 2000 Tagen Tagebuch und es wurde seeehr heiß.

Der 1. Juni war ein Montag, und ich eskalierte gleich in den Monat hinein: Irgendwas in mir beschloss, es sei nun Zeit, Heidelbeeren zu verarbeiten. Das Universum half mit und ließ die Beeren im nächsten Supermarkt im Angebot stehen. Perfekt. Abends zierten Heidelbeermuffins und Heidelbeergelee die Küche, das war alles ganz famos. Die Muffins schmeckten später auch eingefroren und wieder aufgetaut gut, die Marmelade sogar den ganzen Juni über. Ein toller Start in den Monat. Tags drauf mischte ich mir mein erstes selbst gemachtes Pesto Genovese und war – wie erwartet – beeindruckt: Das Rezept ist denkbar einfach und der Geschmack im Vergleich mit Fertigpestos überwältigend. Ein paar Tage später buk ich „Double Chocolate Chip Cookies“, die zwar nicht hübsch, aber dafür un-fass-bar schokoladig sind. Die Masse war sehr klebrig und nervig zu verarbeiten, aber der Geschmack macht das alles wett. Während ich dies tippe, esse ich die letzten – denn auch der Teig lässt sich wunderbar portionsweise einfrieren und frisch backen.

Das war’s dann für den Monat mit Aktivitäten, könnte man sagen. Natürlich ging ich ständig arbeiten, aber spätestens ab Mitte Juni wurde ich überwiegend müde. So als hätte mein Körper die nahende Hitzeperiode vorausgeahnt und vorsichtshalber den Siestamodus eingeschaltet. Einmal war ich im nächsten Stadtteilzentrum und wurde schlagartig so müde, dass ich unsicher war, ob ich es überhaupt nach Hause schaffen würde.

Im Büro gibt’s ein WM-Tippspiel, einfach so und ohne Einsätze. Weil ich mitmachen wollte, aber keine Ahnung von Fußball habe, ließ ich die KI die Ergebnisse tippen. Siehe da: Stand heute läuft das überraschend gut, ich bewege mich rund um den dritten Platz. Zum Glück gibt es nichts zu gewinnen, ich hätte nicht gewusst, wie ich bei einem Sieg mit Perplexity hätte teilen können.

Seit Jahren schreibe ich Tagebuch in digitaler Form. Meine App enthält eine Gamification-Übersicht, laut der ich nun zweitausend Tage am Stück je mindestens einen Eintrag verfasst habe. Hätte ich mit dieser Vorgabe gestartet, hätte ich es bald aufgegeben. Stattdessen ist das nun von ganz allein passiert. Und man sieht: Es geschieht jeden Tag etwas, das das Aufschreiben wert ist.

Ja. Und dann kam irgendwann die durch eine Omegalage – der englische Begriff „Heat Dome“ ist selbsterklärender – hervorgerufene Hitzewelle in Europa. Sie legte sich wie ein undurchlässiger Mantel aus warmem Blei über alles. Auszuhalten war es bald nur noch in klimatisierten Räumen, überall sonst wollte man im Grunde nur noch weg. Dort, wo man bleiben musste, im Büro oder Supermarkt zum Beispiel, wurden die Menschen träge und unleidlich. Und natürlich müde, ein Zustand, den ich dank meines vorausschauenden Körpers längst eingenommen hatte.

Eines nachts konnte ich wie bei der Hitze üblich nicht schlafen, stand um halb vier in Unterwäsche auf dem Balkon und bewunderte eine Weile fernes Wetterleuchten, das sich langsam näherte und zu Gewitter wurde. Später tippte ich irgendwas ins Tagebuch (speaking of „es gibt immer was zu Schreiben“), da knallte es plötzlich so ohrenbetäubend über dem Dörfchen, dass das Tischtuch wackelte und mir kurz das Herz stehen blieb. Auf Reddit sah ich später, dass Kachelmannwetter diesen Donnerschlag als „Wilden Hausrüttler“ kategorisiert und mehrere User von ausgefallenen Internetverbindungen berichteten. Die durch Blitz-Donner-Kategorien auf der Seite sind übrigens „Mittlere Roller“, „Starke Knaller“, „Stabile Dröhner“ und der genannte „Wilde Hausrüttler“ als stärkste Form. Dieser eine Blitz in besagter Nacht hätte mit seinen 130 Kiloampere etwa 8.000 Haushaltssicherungen durchbrennen können, da wundert es mich nicht, dass in der Gegend das Internet ausfiel.

Am nächsten Abend wenigstens sehr hübscher Sonnenuntergang.
Am nächsten Abend wenigstens sehr hübscher Sonnenuntergang.

Noch ein zum Sommer passender Linktipp: Bei Impact Sprinkler – more clever than it seems! wird erklärt, wie ein sogenannter Prallregner funktioniert. Die Dinger kennt jeder:


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