Das war der Februar 2026

28. Februar 2026 · 4 Kommentare

Im Februar datensicherte ich, buk Gebäck, genoss zu viel Cappuccino, verschickte meinen Führerschein, war müde und las und hörte Bücher.

Okay, ich war kurz verwirrt: Ich soll schon wieder einen Monatsrückblick schreiben? Habe ich nicht gerade erst den letzten verfasst? Dieses Verständnis von Zeitgefühl passt zu meinem derzeitigen Leben, darum passiert hier im Blog momentan auch weniger. Neben viel Arbeit, ich berichtete, passieren aber schon auch andere Dinge.

Zum Beispiel habe ich mich nochmal um Datensicherungen gekümmert, man kann schließlich nie genug davon haben. Meine momentane Backup-, äh, Strategie ist, ab und zu eine externe Festplatte an den Mac anzuschließen und ein Time Machine-Backup zu starten, bei der also die Sicherung durch das System selbst erfolgt. Außerdem schließe ich weit seltener eine andere externe Festplatte an und kopiere manuell alle Daten dorthin. Diese Sicherung ist mir zwar die wichtigere, aber sie macht auch unglaublich viel Arbeit. Systematisch ist das alles zwar nicht, aber besser als nichts.

Außerdem buk ich einen glutenfreien Maulwurfkuchen. Hauptzutaten sind neben entsprechendem Mehl gemahlene Haselnusskerne sowie eine Füllung aus sage und schreibe 400ml Sahne. Wir waren uns einig: Das Ding ist ziemlich gut geworden, hätte neben der Sahnfüllung aber auch noch etwas obstiges gut vertragen, Kirschen, Äpfel, Apfelmus oder sogar eine Schicht Pudding hätten gut gepasst. Erneut hervorragend schmeckten Apfelmuffins, die ich schon zum zweiten Mal gemacht habe, diesmal mit 24 Stück gleich die doppelte Menge. Für eine Veranstaltung im Büro. Es wurden nicht alle gegessen und so hatte ich noch einige Tage welche für mich. Toll war das. Und wo ich gerade bei Genuss bin: Während eines Frühstücks in einem Eiscafé (das sich horizontal diversifiziert hat und neben Eis auch Sandwiches, Panini, Flammkuchen, Waffeln etc. anbietet) wurden mir fälschlicherweise zwei Cappuccino geliefert statt nur einer. Wer wäre ich, diesen Wink des Schicksals abzulehnen? Prost.

Neulich beantragte ich online einen neuen Führerschein, genauer gesagt den Umtausch des alten. Dass das erforderlich ist, war an mir vorbei gegangen. Der Umtausch per Internet geht in Bonn recht einfach, sofern man im Besitz eines Personalausweises mit Online-Ausweisfunktion ist und den dafür vor tausend Jahren vergebenen Pin noch weiß. Ein Logikproblem fiel mir erst zum Abschluss auf: Ich sollte meinen aktuellen Führerschein zur Stadt schicken, auf dass ich dann einen neuen bekomme. So fuhr ich also einige Tage ohne Führerschein Auto, was ein seltsames Gefühl war. Später bekam ich die alte Karte entwertet zurück und warte jetzt auf den neuen, der kommt direkt von der Bundesdruckerei.

Für mich hat die Allergiezeit begonnen. Wenn ich also dieser Tage völlig übermüdet in den Seilen hänge, schwingt immer die Frage mit, ob das vielleicht an dieser Krankheit liegt, die zwar meine harmloseste ist, aber nicht weniger nervt. Nach einigen Jahren Enthaltsamkeit versuchte ich darum mal wieder eine Ceterizin – eines der Standard-Medikamente bei Allergie. Leider wurde ich wie früher schlagartig noch müder als vorher. Gedankliche Notiz: Bei Allergie unbrauchbar, bei Einschlafproblemen äußerst wirkungsvoll.

Lesen ist kein Wettbewerb, ich habe mir dennoch ein Ziel von 100 Büchern und Hörbüchern für dieses Jahr gesetzt. Es soll mir manchmal bei der Entscheidung zwischen Spielen und Lesen helfen. Auch wenn es momentan schlecht aussieht mit der Zielerreichung, im Februar habe ich einige Bücher beendet, unter anderem:

  • „Dr. No“ von Percival Everett, eine buchstäblich merkwürdige Mischung zwischen James Bond-Hommage, wissenschaftlicher Comedy und plattem Humor.
  • „Blood Over Bright Haven“ vol M. L. Wang beginnt nach dem Harry Potter-Prinzip (Person kommt neu an eine magische Institution und wird dort aufgrund ihres Erfolgs sowie persönlicher Merkmale ausgegrenzt), nimmt aber schnell einen eigenen Weg und wird bald nicht nur sozialkritisch, sondern auch politisch und bleibt gleichzeitig magisch-wissenschaftlich – ein wilder Ritt.
  • „Die Trolle“ von Christoph Hardebusch war ein Überraschungshit. Wer hätte damit rechnen können, dass Trolle so sympathisch wirken können, dass man als Leser auf ihrer Seite steht statt auf der der Zwerge? Den zweiten der vier Teile werde ich mir in jedem Fall auch gönnen.
  • In „Wir Kassettenkinder“ von Stefan Bonner und Anne Weiss geht es um die 80er: Marken, Trends, Politik, Aufwachsen, Schule, Gefühle, Fernsehen. Ein schöner Trip in die Vergangenheit, sehr gut vorgelesen von Christoph Maria Herbst.

Das folgende Buch war zwar nicht mein Fall, aber das Zitat gefällt mir. Der Plot: Eine Yacht voller bekannter Persönlichkeiten geht unter, nur wenige überleben und finden sich in einem Rettungsboot wieder. Einer der Menschen sagt, er sei Gott und könne sie alle retten, wenn sie nur an ihn glauben.

It takes so much to make you feel big in this world. It only takes an ocean to make you feel tiny.

Mitch Albom, „The Stranger in the Lifeboat“

Der Titel des Eintrags trug ursprünglich einen Tippfehler bei der Jahreszahl, ich schrieb 2028, sozusagen „proving the point“ der allergieinduzierten, geistigen Umnachtung. Danke für den Hinweis an @gesellschafter.


4 Kommentare

  1. Warum machst Du zusätzlich ein manuelles Backup?
    Man kann ja auch mehrere Time-Machine-Laufwerke anschließen. Die werden dann alternierend bespielt.


    1. Um gänzlich unabhängig zu sein. Das manuelle Backup kann auch ein Windows-Rechner lesen, vermutlich sogar ein Raspberry Pi. Sollte Apple irgendwann beschließen, mich komplett aus ihrem goldenen Käfig auszuschließen – solche Fälle kommen ja vor – habe ich wenigstens dieses Backup.


      1. Ja, das ergibt Sinn.
        Vielleicht mache ich das auch mal. Aber dafür würde ich mir Script schreiben oder erstellen. Oder eine Software installiere, welche ein reines Dateien-Backup macht.


        1. Bei mir dauert dieses manuelle Backup deshalb Tage, weil das meiste in die iCloud ausgelagert ist und erstmal runtergeladen werden muss. Mir gefällt das alles nicht, allein schon wegen der Rechenpower und der Bandbreite, die das braucht, aber der Computer hat nicht genug Speicherplatz dafür. Alles ziemlich ineffizient. Ansonsten wäre es natürlich einfacher: Eine Software nutzen, wie du sagst, oder man nimmt einfach den Oberordner aller eigenen Dateien und schiebt ihn auf die Platte – fertig.


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