WMDEDGT – 5. Juli 2026

5. Juli 2026 · Kommentieren

In meinem heutigen #WMDEDGT geht es um den Bachmannpreis, Videotelefonate mit Kindern, ein KI-Kochrezept und Aladdin.

Sonntag. Ich wache aus einem Vampirtraum auf, in dem ich merkwürdig untote Wesen in einer ebenso merkwürdig dystopischen Welt, äh… jagen musste? Während ich in die echte Welt zurück klettere, frage ich mich, woher mein Kopf diese Kulisse geholt haben mag. Ich spiele dieser Tage kein gruseliges Spiel, das wäre sonst naheliegend gewesen.

Zum Frühstück läuft die Aufzeichnung des Bachmannpreises (eigentlich „Tage der deutschsprachigen Literatur“), der vor einer Woche verliehen wurde. Ich bin zwar schon gespoilert und weiß, wer gewinnt, aber das stört wenig. Ich höre den Lesungen gerne zu, mag auch die Diskussion der Jury danach. Skandale hat es beim Bachmannpreis ebenfalls immer. Dieses Jahr verließ eine Kandidatin vorzeitig den Raum – was erlauben! – und es gab zwei Mal die Frage, ob Teile eines Textes im Vorfeld bekannt gewesen wären, das nämlich ist gegen die Statuten. Es sind insgesamt wohl etwa 15 Stunden Videoprogramm, die ich nachschauen kann.

Darum läuft der Stream aus der ARD-Mediathek für die nächsten Stunden und bis tief in den Nachmittag hinein. Ich liege derweil abwechselnd auf der Couch, wusele durch die Wohnung, lese ein paar der Texte auf der Website mit, erledige etwas Haushalt, unterbreche für mehrere Videotelefonate.

Eines davon ist mit Kindern und ich habe Spaß daran, wie sie kommunizieren. Videotelefonie war in meiner Jugend noch kein Thema und während mir Haarpflegeprodukte, Spielsachen und das Zelt gezeigt werden, in dem sie letzte Nacht geschlafen haben, frage ich mich, wie das wohl damals bei mir gewesen wäre. Jedenfalls süß, das alles. Als ich später zugegen bin, wie man sich in der Familie Eiskaffee und kalten Kakao zubereitet, werde ich neidisch und stelle mir spontan einen Frappé zusammen, dessen Rezept ich vor Jahren auf Mastodon erhielt.

Danach läuft der Stream wieder und mir wird in kurzer Hose in der Wohnung erstmals seit der Hitzewelle etwas zu frisch. Schön, dass das innere Nachglühen beendet zu sein scheint. Mit Blick auf die Wettervorhersage der nächsten Tage kommt das gerade noch rechtzeitig.

Als es nach einem Nachmittagsschläfchen an das Abendessen geht, finde ich passend und zufällig dazu einen Kurzbefehl auf dem iPhone, der eine KI fragt, was man aus den Zutaten wohl kochen kann, die man im Kühlschrank hat. Ich gebe also einige ein und erhalte das Rezept für einen ziemlich interessanten, warmen Salat. Dafür werden Kartoffeln und Möhren gekocht, kleine Frikadellen gebraten, Tomaten und Paprika roh geschnitten zusammengerührt. Das führt dazu, dass die warmen Kartoffeln hinzugegebenes Öl aufsaugen. Ganz am Ende kommt ein bisschen knackiger Blattsalat dazu und es ergibt sich eine richtig leckere Salatmischung. Da hätte ich natürlich auch selbst drauf kommen können.

Während der Fernseher die Preisverleihung des Bachmannpreises zeigt, für mich eher der Vollständigkeit halber, kaufe ich den Film Aladdin von 1992, auf den ich schon seit Jahren Lust habe. Für mich bedeutet er ein wenig Kindheit und liegt auf der gleichen Wohlfühlebene wie die damaligen Asterix & Obelix-Filme, die von Bud Spencer und Terence Hill und die James Bond-Streifen aus der Zeit. Beim Nachschlagen zu Aladdin stelle ich fest, dass Robin Williams, der im Original den Dschinni spricht, im Jahr 2014 nur zwei Monate früher verstarb als sein deutschsprachiger Synchronsprecher Peer Augustinski. Die Zeit vergeht – auch heute zu schnell, denn am Ende der Preisverleihung ist keine Zeit mehr, den Comicfilm zu schauen. Ich brauche wohl Urlaub.


„Was machst du eigentlich den ganzen Tag“, kurz #wmdedgt, ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens und findet an jedem 5. eines Monats statt.


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