„Muss das sein?“, dachte ich, als ich um 4:30 Uhr aufwachte. Es war etwas zu früh, aber die Natur rief. Nach etwas Döserei klingelte der Wecker eine Stunde später. Das war auch inakzeptabel, aber es musste sein. Um 6:50 Uhr fuhr ich in der Innenstadt in die Tiefgarage, Punkt 7 Uhr begann die heutige Therapiestunde. Zurück zu Hause gab es den verdienten Kaffee und ein Brot. Ich schaltete den Arbeitscomputer ein, schaute in die Mails und hatte gleich zwei positive Erlebnisse bzw. Erkenntnisse, das war schön.
Doch dann musste ich erstmal wieder los, denn um 9:30 Uhr stand die Physiotherapie an. Viel Therapie heute! Die Frau ließ mich Beckenbodentraining machen. Während ich da vor ihr auf dem Boden lag und versuchte, die richtigen Muskeln irgendwo im unteren Bauchraum anzusteuern, grinsten wir über ihre Bemerkung, dass auch jeweilige Sexpartner was von diesem Training haben. Ich muss mal genauer recherchieren, was sie damit gemeint haben mag.
Zurück zu Hause dann endlich in Ruhe arbeiten. Da ich das morgendliche Treffen verpasst hatte, rief ich nacheinander die Kolleginnen an und redete erstmal anderthalb Stunden. Danach schrieb ich eine ellenlange Verketten-Wenn-Formel in Excel und bin etwas stolz darauf, dass ich das noch beherrsche. Das Ergebnis ist eine Anredezeile, die drei verschiedene Geschlechtsangaben berücksichtigt sowie Titel zusammenbaut, deren Vorhandensein sich gegenseitig bedingt („wenn Professor-Titel existiert, ignoriere Dr.-Titel, sonst füge Dr.-Titel ein“). Ein paar Minuten brachte ich mit einer in bestimmten Fällen überzähligen Leertaste zu, aber dann funktionierte es. Zeit für einen Tomaten-Mozzarella-Salat.
Nachmittags Fummelei in der aktuellen Software. Viele Optionen zu haben ist toll, aber das bedeutet eben auch, dass man sie alle kennen und bedienen muss. Der Anbieter hat eine Mail von mir – „kleine Anregung, folgende Funktion einzubauen“ – entsprechend beantwortet: „Super Idee, gute Funktion, ist längst vorhanden.“ Ups.
Nach der Arbeit Rückenschmerzen. Dass er sich nach Bewegung meldet, bei der nie gebrauchte Muskeln benutzt wurden, war zu erwarten. Ich schließe auf der Couch kurz die Augen, aber bevor ich wegdriften kann, ist Zeit fürs Abendessen, außerdem muss der angebrochene Federweißer geleert werden – nicht, dass der schlecht wird.
Abends dann dies-das. Ich schaue gerade zum dritten Mal alle Folgen der Golden Girls, über Wochen und Monate gestreckt. Eine wunderbare Serie. Und ich lese ein wenig. Ach, etwas Blogtipperei ist auch dabei…
PS: Beim Veröffentlichen dann ein kleiner Schreck: „Diese Website ist nicht privat.“ Mein eigener Blog?! Beim Hoster dann die Meldung, dass bei der Zuteilung des SSL-Zertifikats ein Fehler aufgetreten sei. Das ließ sich leicht beheben, ich dachte schon, jemand hätte sich eingeschlichen und hinter sich die Tür zu gemacht.
„Was machst du eigentlich den ganzen Tag“, kurz #wmdedgt, ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens und findet an jedem 5. eines Monats statt.
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