Am 23. April war Weltbuchtag, darum schreibe ich über einige Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe und die mir ganz besonders gut gefallen haben. Mit diesem Buch endet meine kleine Reihe buchstäblich mit einem Knall. Die grobe Geschichte von Pompeji gehört zwar zum Allgemeinwissen, aber Robert Harris hat drum herum einen spannenden Roman kreiert.
Attilus ist Wasserbaumeister aus Rom und ganz neu vor Ort, er ersetzt seinen Vorgänger, der spurlos verschwunden ist. Wenige Tage nach seinem Arbeitsstart gibt es ein Problem mit dem Wasser. Soweit das Setting, das Harris rund um den Ausbruch des Vesuvs für uns vorbereitet hat. Wir begleiten danach Attilus bei dem Versuch, die Leitung zu prüfen und zu reparieren, die die Städte am Golf von Neapel mit frischem Trinkwasser versorgt. Hinzu kommen Korruption und Politik, außerdem die damalige religiöse Weltanschauung samt Wissenschaft, die auch damals noch vergleichsweise eng miteinander verbunden waren.
Vielleicht bestraft uns Mutter Natur, dachte er, wegen unserer Gier und Selbstsucht. Wir foltern sie Tag und Nacht mit Eisen und Holz, Feuer und Stein. Wir schachten sie aus und kippen sie ins Meer. Wir bohren Stollen in sie hinein und zerren ihre Eingeweide heraus – und das alles nur für einen Edelstein, den jemand an seinem hübschen Finger trägt.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Gerade weil schon vor dem Kauf des Buchs feststeht, dass am Ende ein Vulkan ausbrechen wird, ist genau das ja das Coole: Wie der Autor diese Fakten in seine Geschichte einbettet. Und das macht er ganz großartig. Tage vor dem Ausbruch sind mit heutigem Wissen die Anzeichen unübersehbar deutlich, eine Evakuierung wäre vermutlich ohne größere Probleme möglich gewesen. Es wäre wohl übertrieben zu behaupten, dass es einen sachbuchartigen Teil im Buch gäbe, aber die Geschichte Attilus’ ist zumindest sehr nah an den wirklichen Geschehnissen erzählt. Dabei verzichtet Robert Harris zum Ende hin zwar nicht auf Tod und Elend, das ginge auch gar nicht, aber er schildert dies immer gerahmt vom Ausbruch selbst. Alles in Allem ein tolles, spannendes und packendes Buch, das ich in einigen Jahren gern erneut lesen werde.
Einen Tag nachdem ich das Buch beendet hatte, tauchte, quasi als Nachschlag, in meinem Podcatcher ein Podcast über Pompeji von RadioWissen auf – toller Zufall!
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