Am 23. April war Weltbuchtag, darum schreibe ich über einige Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe und die mir ganz besonders gut gefallen haben. Die Trolle von Christoph Hardebusch war ein ordentlicher Schinken! Trolle kannte ich größtenteils aus der Welt von J.R.R. Tolkien, und dort verkörpern sie bekanntlich kein sehr glanzvolles Bild. Hardebusch dreht den Spieß in seinem Debütroman um und zeichnet mir als Leser ein ganz anderes Bild dieser Rasse. Klar, sie sind groß, brutal und stinken, doch hat der Autor es geschafft, dass ich sie stellenweise ziemlich sympathisch und cool fand.
Sten ist ein Mensch und hat ein Problem: Er ist Widerstandskämpfer in seinem besetzten Heimatland, wurde vom Unterdrückerherrscher höchstselbst gefangen genommen und befindet sich nun in einem Käfig im Wald, dort soll er verrotten. Es kommt natürlich anders, denn er trifft Trolle. Diese sind zwar drauf und dran, ihn zu zermalmen, aber man stellt bald fest, dass man sich gegenseitig vielleicht helfen kann. Es beginnt ein Abenteuer, in das sich noch weitere, ebenso ungleiche Wesen stürzen.
Hardebusch hat im Grunde Tolkiens Wesen genommen und sie auf eine andere Landkarte gesetzt. Das klappt überraschend gut, muss ich sagen, obwohl ich damit nicht gerechnet hatte. Kleinen Punktabzug musste ich geben, weil das Buch sich stellenweise doch arg zog, es hätte wohl auch 200 Seiten kürzer sein können. Zudem hat mich die große Zahl an offensichtlichen Schreib- und Formatierungsfehlern gewundert. Alles in allem ist das aber toller Auftakt einer vierteiligen Fantasy-Reihe. Teil 2 ist schon auf der Leseliste.
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