Anfang des Monats wechselte ich in meinen eigentlichen Arbeitsbereich zurück – seit Anfang des Jahres hatte ich woanders unterstützt. Der Wechsel kam früher als ursprünglich geplant, aber er freute mich sehr. Das motiviert auch.
In den ersten Tagen des jungen Septembers gingen wir mehr oder weniger versehentlich vier Mal hintereinander abends in Restaurants essen. Das ergab sich täglich neu, wobei wir es beim vierten Mal grinsend drauf anlegten. So kommt man natürlich mal rum, ist auch schön, aber auf die Dauer ziemlich teuer. Überhaupt: Seit wann sind Restaurants eigentlich zum Luxus geworden? Mir scheint, die Preise sind plötzlich explodiert.
Eine Kollegin erzählte neulich, dass sie am Wochenende aus einer Laune heraus ihr ganzes Wohnzimmer grundgereinigt (gegrundreinigt?) hätte. Mir passiert sowas nicht. Stattdessen hänge ich stundenlang auf Tiktok und entfolge die Accounts, die seit langer Zeit nichts oder nichts interessantes mehr veröffentlichen. Ein ziemlich sinnloser Akt des „Aufräumens“, ich bin von 700 runter auf 550 und merke davon natürlich reichlich wenig, außer, dass mir manche Accounts mal wieder vom Algorithmus in die Timeline geschoben werden, nachdem er sie, naja, sagen wir, „vergessen“ hatte.
Apropos sinnlose Apps, die man löschen sollte: Auf Reddit sah ich die Werbung für eine Flow-App, deren Sinn und Zweck maßgeblich darin besteht, mich am Spielen zu halten (etwas, das auch Reddit versucht). Ich lud sie herunter und da sie in meinem Heimnetz völlig werbefrei ist, Pi-Hole sei dank, konnte ich mühelos in die Abhängigkeit rutschen. Das ging so weit, dass ich nachts davon träumte, das Essen vernachlässigte und zu spät ins Bett ging. Immerhin hörte ich dabei rasend viele Hörbücher. Als aber nach einer Woche alle Einschränkungsbemühungen fehlgeschlagen waren, löschte ich sie und vermisste die App danach sogar. Was für ein teuflisches Stück Software.
Eines Tages hatte ich einen Termin beim Orthopäden und dafür sicherheitshalber Unterwäsche angezogen, für die man sich nicht schämen muss. Man weiß ja nie, ob der nicht sagt: „Ziehen Sie mal die Hose aus, ich schaue mir Ihren unteren Rücken genauer an“. Der Mann behandelt in der Regel jedoch anhand meiner Erzählungen, sehen kann man so ja wenig. Weil er aber gerne mehr sehen wollte, lag ich eine Stunde später in einem MRT.1 Natürlich ohne Hose, und äußerst zufrieden mit der Wahl meiner Unterwäsche. Fast hätte ich das der freundlichen Arzthelferin stolz berichtet, woraufhin sie ganz bestimmt ein Stückchen weniger freundlich und etwas zurückhaltender geworden wäre.
Was war noch? Feiern! Mehrere Geburtstage, einer fand als Doppelfeier statt, bei der wir auf insgesamt 165 Lebensjahre anstießen. Wie viel Erfahrung in diesen Jahren steckt! Und in dem Alter wird einem sogar in der lokalen Tageszeitung zum Geburtstag gratuliert, das fand ich sehr schön. (Mir wird beim nochmaligen Lesen des Absatzes klar, dass „in dem Alter“ sich in Ermangelung konkreter Angaben unlogischerweise auf 165 Lebensjahre beziehen muss. Das wäre eindeutig einen Artikel in der Tageszeitung wert! Ich korrigiere das nicht, es ist doch lustig. Die Leutchen wurden 75 und 90, beides auch stattlich und tageszeitungserwähnungswürdig.)
- Das ging natürlich nur, weil ich es selbst bezahlte. Lasst uns den Teil mit dem fürchterlichen Zustand des Gesundheitssystems einfach überspringen. ↩
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