Das war der April 2026

30. April 2026 · Kommentieren

Im April war ich genervt von Allergie, tätigte zwei teure Spontankäufe (einer sinnvoll, einer nicht), „reparierte“ einen Lautsprecher, saß im Biergarten und im Café und begab mich unters chirurgische Messer.

Der April ist traditionell ein schwieriger Monat für mich. Mein Umfeld erwacht aus der Winterruhe, die Sonne scheint mehr und länger, die Natur erblüht, und damit haut im April die Allergie auch volle Kanne rein. Ich darf sicher für alle Frühblüher-Allergiker sprechen, wenn ich sage: Es ist anstrengend, nach den langen, dunklen Monaten auch noch mehrere Wochen Allergie auszuhalten. Aber gut, nun ist das bald vorbei, für mich zumindest.

Ansonsten bin ich ziemlich überarbeitet gerade, auch wenn der Job selbst größtenteils Spaß macht. Aber ich bin nicht hier, um ausschließlich zu nörgeln, es ist nämlich etwas ganz Tolles geschehen: Ich habe, einem Impuls folgend, ein E-Piano gekauft. Eines Tages fuhr ich zu einem Klavierladen, um möglicherweise ein Modell zu leihen, eins kam zum anderen, und hier sind wir nun. Seither klimpere ich fast jeden Tag ein wenig darauf herum, lerne gerade, mit zwei Händen abwechselnd und – uff – gleichzeitig zu spielen. Noten lesen kann ich nicht, vielleicht kommt das nebenbei.

Es war ein teurer Monat, denn eines Morgens öffnete ich die Balkontür und mit einem unschönen Knacks platzte die Griffhalterung, ein Stück Metall schaute mich an. Wie so ein offener Knochenbruch. In offensichtlich geistiger Umnachtung rief ich ohne nachzudenken eine Fensterfirma an, am nächsten Werktag wurde der Griff getauscht. Das dauerte fünf Minuten, denn man kann diesen Griff einfach ab- und einen neuen anschrauben, der Spaß kostete trotzdem 160 Euro. Als ich kurz danach im Baumarkt Fenstergriffe für 9,99 Euro sah, dämmerte mir, dass ich da ganz schön viel Geld aus ebendiesem Fenster geschmissen hatte. Facepalm.

Im Baumarkt war ich, weil ich an anderer Stelle mitgedacht hatte. Wir haben hier Apple HomePods im Einsatz. Diese „smarten“ Lautsprecher haben eine Touch-Bedienung. Einmal drauf tippen pausiert oder startet die Wiedergabe, den Finger auflegen und halten startet den Assistenten Siri, und man kann um die Wiedergabe einer Playlist oder eines Lieds bitten, die Erstellung einer Erinnerung starten und so weiter. Leider zeigte einer der Lautsprecher seit einigen Monaten ein Symptom, das als „Ghost Touch“ bezeichnet wird. Die Touch-Bedienung nimmt fälschlicherweise eine Bedienung wahr und so startet oder stoppt eine Wiedergabe oder Siri beginnt unaufgefordert, loszuplappern. Auch nachts. Gern mal in voller Lautstärke. Ich holte also im Baumarkt einen Torx-Schraubenzieher und unternahm einen Reparaturversuch, denn selbstverständlich ist die Gewährleistung inzwischen abgelaufen. Man kann bei den Dingern tatsächlich die Verkabelung des Touch-Felds abstecken und der Rest funktioniert weiterhin. Nur dran kommen ist schwer, das Gerät ist jetzt ziemlich ramponiert. Aber mir war das egal, ich hatte ja nichts zu verlieren. Jetzt funktioniert der Lautsprecher wieder, halt ohne Touch-Bedienung, aber das ist mir lieber als einen komplett neuen zu kaufen.

Mitte April war ich in einem Biergarten am Rhein. Das in der Region berühmte Rheinhotel Dreesen hat einen mit toller Aussicht, gemütlichen Plätzen und zwei Büdchen wie auf dem Weihnachtsmarkt. Man kann am Platz per QR-Code bestellen, bezahlen und wird beliefert. Moderne Technik, ganz ohne Anstellen! Toll war das. Wir trafen uns schon mittags, zum Nachmittag hin würde es sich zuziehen, und saßen eine ganze Weile gemütlich in der Sonne, klönten, bestellten Getränke und Snacks am laufenden Band und plötzlich war Nachmittag. Also wechselten wir in ein kleines Café in der Nähe, für Kaffee und Kuchen. Ein richtig schön verquatschter Tag.

Ja, und dann wurde mir ein Implantat rausgenommen. Übrigens starrte mich eine Kollegin, als ich einmal von „meinen Implantaten“ sprach, völlig entgeistert an, bis es aus ihr heraus brach: „Ach, du meinst Zahnimplantate!“ An was die wohl gedacht hatte? Jedenfalls hatte sich bei einer Routineuntersuchung vor ein paar Monaten herausgestellt, dass eines dieser (Zahn-)Implantate wackelte, der Hohlraum würde sich auch nicht mehr schließen, sagte man mir, also musste es ersetzt werden. Ganz toll, wo diese Dinger doch so viel kosten wie ein Sommerurlaub auf den Seychellen. Ich würde mich nicht als generellen Zahn-Angstpatienten bezeichnen, aber seit der einen oder anderen sehr unangenehmen chirurgischen Behandlung bin ich vorsichtig, wenn es über den regulären Praxisbesuch hinaus geht. Darum bekam ich ein Beruhigungsmittel, ein Freund spielte netterweise Taxi und ich schwebte wie auf Wolken durch die Behandlungsräume. Ich finde, dieser kleine Bonus steht mir zu, wenn ich den Spaß schon mitmachen muss.

Bis Ende der Woche läuft hier im Blog noch meine kleine Serie von Buchempfehlungenn anlässlich des Weltbuchtags. Alle Artikel sind in der Kategorie Rezensionen zu finden.


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