Das war der Juli 2026

31. Juli 2026 · Kommentieren

Im Juli beschäftigte ich mich mit Büchern, der Arbeit, der Krankenversicherung, Allergie, Fußball, der Heizung, Internet-Scam, Konrad Beikircher und Urlaub.

Ach, wie schön: Der erste Eintrag in meinem Tagebuch ist der zu „After Hours at Dooryard Books“ von Cat Sebastian. So kann ein Monat beginnen! Weiter ging es mit dem Bachmannpreis. Dieses Jahr hatte ich mir dafür nicht extra Urlaub genommen und stellte fest: Ich schaffe es nicht, nach der Arbeit die Leserunden des Tages nachzuschauen, allein schon deshalb, weil sie zu dem Zeitpunkt in der Mediathek noch gar nicht verfügbar sind. Also schaute ich sie ein-zwei Wochen später. Das spätere Gucken ist nicht weniger unterhaltsam, aber die Livebegleitung auf Mastodon und Bluesky (dort habe ich ausschließlich für den Bachmannpreis einen Account) fehlt natürlich.

Im Juli wurde eine Entscheidung zu meinem weiteren Einsatz in einem aktuellen Projekt getroffen. Da sowohl persönliche als auch starke organisatorische Gründe für einen vorzeitigen Wechsel zurück in meinen eigenen Bereich sprechen, war heute mein letzter Tag im bisherigen Projekt. Auf das neue freue ich mich sehr!

Anderntags erklärte ich der AOK ihr eigenes Hausarztmodell. Als Versicherter habe ich zwei-drei Vorteile davon und muss nichts weiter tun, als bei Facharztterminen eine Überweisung des Hausarztes mitzubringen. Sonst laufe ich Gefahr, den Termin selbst zahlen zu müssen. Hervorgerufen durch eine Verschlafung meinerseits war ich für einen Allergietest ohne Überweisung bei einem HNO-Arzt – dem war das egal, aber mir nicht. Eine Bonner Brückensperrung mit Postverzögerung und einige beim Hausarzt missverstandene Chatnachrichten später war das Quartal ein anderes und ich versuchte mit der AOK direkt zu klären, wie jetzt vorzugehen sei. Das wusste man da allerdings nicht. Dass das so ein Sonderfall ist…? Jedenfalls machen wir es jetzt so, wie ich dann vorschlug.

Bei dem Allergietest kam übrigens heraus, dass ich nicht nur die erwartete Frühblüher- und Hausstaubmilben-Allergie habe, sondern auch auf Katzen- und Hundehaare reagiere. Sowas. Zum Glück kann ich bei Gelegenheit beide knuddeln, ohne mir danach eine Spritze in den Oberschenkel rammen zu müssen. Und damit das auch nicht irgendwann erforderlich wird, habe ich in diesen Tagen eine Hyposensibilisierung gestartet, also sowas ähnliches wie eine Impfung gegen Allergie: Ich nehme jetzt drei Jahre täglich eine winzige Dosis Birkenpollen zu mir mit dem Ziel, dass mein Körper sich dran gewöhnt. (Man könnte meinen, es schwirrten genug davon in der freien Natur herum, aber das reicht ihm wohl nicht.)

Wie vor einem Monat berichtet, habe ich mit Hilfe von Perplexity bei einem WM-Tippspiel teilgenommen. Es ist nun leider passiert: Ich habe das Tippspiel gewonnen. Am Montag nach dem Finalspielsonntag wurde mir im Büro verschiedentlich gratuliert, was ich mit allenfalls verhaltener Freude aufnehmen konnte. Ich erklärte sofort, warum, und die Reaktionen waren unterschiedlich. Von „ich habe auch die KI benutzt“ zu „ist das eigentlich geschummelt?“ war alles dabei. Die Geschichte soll bald im internen Newsletter erscheinen. Vielleicht nehmen wir es zum Anlass, beruflich anders über KI nachzudenken.

An der Heizung tropft was. Und das ist nie gut, denn wie wir alle wissen, ist da eine ganze Menge Wasser drin. Darum kam neulich ein Heizungsmensch vorbei und stellte fest, dass da ein Nupsi ausgetauscht werden muss. Eine Woche später kamen zwei andere Menschen, groß ausgerüstet mit Nupsi, Werkzeug, Eimer und Schlauch. Ein lustiges Bild, wie sie mit ihren schweren Schuhen auf meinem flauschigen Badezimmerteppich standen und versuchten, den Industrieschlauch am Wasserhahn anzubringen. Ich ging nach erfolgreicher Schlauchmontage ins Homeoffice und sagte, sie sollten mich rufen, wenn irgendwas sei. Anderthalb Minuten später riefen sie bereits: Man hatte leider einen falschen Nupsi bestellt, der Austausch war nicht möglich. Also machten wir alles rückgängig und nun warte ich voller Vorfreude auf den dritten Termin. Bis dahin bollert die Heizung aus Tropfvermeidungsgründen ungebremst auf höchster Stufe. Was in der Sommerzeit bedeutet, dass sie – im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten – den Raum maximal stark abkühlt, das ist auszuhalten. Nicht auszumalen, wenn es im Winter umgekehrt wäre, und ich, um eine Tropenhitze zu vermeiden, ständig lüften und die Nachbarschaft heizen müsste.

Außerdem fiel ich in diesem Monat leider auf einen Scam herein. Und das kam so: Ich erhielt eine E-Mail vom Otto Versand, oder eher vom „Otto Versand“, jedenfalls hatte ich beim echten kürzlich noch etwas bestellt. Es befanden sich dort zu diesem Zeitpunkt noch Sportschuhe in meinem Warenkorb. In der Mail, sehr gut formuliert und mit ansprechendem Layout, war ausgerechnet die Rede von Sneakern und einem Flash-Verkauf, der nur an diesem Tag und nur bis zum Abend stattfinden würde. 92 Prozent Rabatt, alles mega exklusiv. Während ich das schreibe, fällt schon der Pattern auf, aber in dem Moment merkte ich es nicht. Ich fiel also darauf rein, klickte auf der Seite herum, fand auch ein paar Sneaker und wollte sie kaufen. Dann wurde ich zu einer anderen Seite weitergeleitet, die das Pi-hole blockierte. Erst da fiel mir auf, dass ich gar nicht auf den Seiten von Otto unterwegs war, sondern auf einer fremden Website! Puuuh. Danke, Pi-hole. Ich frage mich jetzt, ob Otto ein Datenleck hatte, oder ob das Timing mit den Schuhen purer Zufall war. In jedem Fall aber hätte ich mein Gehirn einschalten müssen.

Kurz vor Ende des Monats sah ich die traurige Nachricht, dass der rheinische Kabarettist Konrad Beikircher verstorben ist. Ich wuchs mit seinen Programmen auf: Bei Urlaubsfahrten hörten wir sie in den 90ern kassettenweise im Auto und die ganze Familie beömmelte sich immer wieder über seine witzigen Anekdoten und Geschichten über die Menschen und ihre Sprache hier im Rheinland. Zwei Mal habe ich ihn auf der Bühne gesehen, das letzte Mal vor einem Jahr in seinem Haus in Bonn-Schweinheim, wo er im Garten auftrat. Ich glaube, sein Tod macht mich auch deshalb traurig, weil er mir zeigt, dass ich selbst altere.

Am heutigen Freitag war mein letzter Arbeitstag vor dem Sommerurlaub. Drei Wochen habe ich nun frei, der erste Urlaub des Jahres, ganz doll benötigt. Er liegt vor mir wie früher in der Schule die Sommerferien: Da ist dieser riiiiiesige Zeitblock voller Möglichkeiten! Vielleicht werde ich spelunken.

Übrigens musste ich neulich sehr darüber grinsen, wie enorm es mich irritierte, dass sie in der Bäckerei beim belegten Baguette die Oberhälfte verkehrt herum auf die untere Hälfte gelegt hatten. Die Endstücke des Baguettes ragten dadurch gegenstückslos unverschämt weit hervor. Ich konnte es erst essen, nachdem ich die obere Hälfte horizontal um 180 Grad entlang der Y-Achse gedreht hatte.

Ein mit Schinken belegtes Baguette liegt auf einem Teller, erkennbar ist die beschriebene Deckelproblematik.
Aber ehrlich, das geht doch so nicht!


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