Die Jahre vergehen

Kürzlich bestellte ich mir an der Theke in einer Bäckerei ein Wasser. »Möchten Sie ein Glas oder einen Strohhalm?« »Ein Glas, bitte.«

Ein Glas?!

Als ich dann mit meinem Wasser am Tisch saß, stellte ich fest, dass ich offenbar alt geworden war. Dass ich keine Cola, Limo oder sonst ein Zuckergetränk mehr wollte, ignorierte ich. Aber die Sache mit dem Glas gab mir zu denken.

War ich tatsächlich – quasi über Nacht – gealtert? Wo war die Zeit geblieben, in der ich Ed von Schleck-Eis auf den Gehweg kleckerte und im Kindergarten mein Kleiderhaken der mit dem Bild des Elefanten war? In dieser Zeit waren nämlich auch die Strohhalme immer kürzer gewesen als die Flaschen. Offenbar hatte ich jahrelang geschlafen.

»Nun gut, mittlerweile bin ich ja wohl wach«, dachte ich mir, ging zum Tresen und holte mir doch noch einen Strohhalm.

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