Entschleunigung

Es war einmal ein alter Indianerstamm. Sie lebten zufrieden in ihrer eigenen Indianerwelt, ihr einziges Fortbewegungsmittel waren die Pferde. Eines Tages kam ein Mann aus der Stadt in seinem Auto zu ihnen. Er hielt direkt in der Mitte ihres Lagers und präsentierte sein Gefährt. „Wer will mitfahren?“ fragte er, und der Häuptling war interessiert. So ließ der Mann aus der Stadt den Häuptling einsteigen und fuhr mit durchdrehenden Reifen los.

Er fuhr auf die nächste Hauptstraße und gab richtig Gas. Die Felsen und Sträucher flogen an ihnen vorbei, bis der Häuptling plötzlich „Stopp!“ rief. „Nein“, antwortete der Mann aus der Stadt, „jetzt geht es doch erst richtig los! Gleich kann ich noch schneller fahren.“ So rasten sie noch eine Weile, bis der Häuptling wieder rief: „Anhalten!“ Nun stoppte der Mann aus der Stadt das Auto. Der Häuptling stieg aus und setzte sich im Schneidersitz an den Straßenrand. „Was ist denn nun“, sagte der Mann, „steig wieder ein, ich will dir doch noch die schnelle Strecke zeigen.“

„Moment“, antwortete der Häuptling, „ich muss warten, bis meine Seele auch hier angekommen ist.“

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