Die PlayStation 6 soll ohne Laufwerk kommen

9. Juli 2026 · Kommentieren

Ich überlege: Welche Vor- und welche Nachteile hat es, wenn eine Spielkonsole nur ohne Laufwerk erhältlich ist?

Die News dieser Tage sind, dass die nächste PlayStation ohne Laufwerk zu kaufen sein wird, und dass die Spiele ab 2028 nur noch digital verfügbar sein werden.

Ich finde das einerseits fürchterlich: Ich habe einige Spiele noch auf CD. Wobei, wenn man genau ist, dort natürlich völlig veraltete Versionen drauf sind und wenn ich solch ein Spiel installiere, wird anschließend direkt ein riesiges Update heruntergeladen.

Das führt mich zu „andererseits“: Die Disc selbst ist wegen der veralteten Version ohnehin mehr ein „Zugangscode“ oder eine „Downloaderlaubnis“ für das jeweilige Spiel. Hinzu kommt, dass Spiele heutzutage so groß sind, dass ihre Daten auf mehrere Discs aufgeteilt werden müssen, das erhöht natürlich die Produktionskosten (wobei das wohl nur minimal, bei der Menge). Discs sind, wegen der Updates, wahrscheinlich schon veraltet, wenn sie das Werk verlassen.

Aus dem Grund wäre es nachvollziehbar, wenn künftig nurmehr Downloadcodes in den Hüllen verkauft würden, oder einfach gar keine Hüllen mehr, das macht dann auch keinen großen Unterschied mehr. Aber ich sehe drei ganz große Haken bei dieser Entwicklung.

Verkauf und Weitergabe unmöglich

In dem oben verlinkten Tagesschau-Artikel wird beschrieben, wie Sony anfangs noch Werbung dafür machte, dass Spiele weitergegeben werden können. Die Zeiten sind natürlich längst vorbei. Denn wenn jemand ein Spiel nicht weiter verkaufen kann, muss die Gegenseite sich bei Interesse am Spiel einfach ein neues kaufen: cash für Sony.

Dadurch können Spiele, die mich nicht mehr interessieren, aber keinen neuen Abnehmer finden. Die Weitergabe von vergleichsweise alten Spielen wird dann auch nicht mehr möglich sein. Es ist, als würde ich eine Zeitung, die ich mir kaufe, auch nur alleine lesen und nicht weitergeben können. (Wobei, Moment mal, das ist bei digitalen Zeitungen ja genau so.)

Die Frage des Eigentums

Es ist das altbekannte Thema bei digitalen Medien: Wir können längst nicht mehr von einem „Kauf“ sprechen. Denn was ich mit dem Bezahlen erwerbe, ist lediglich ein Nutzungsrecht für einen Zeitraum, den der Anbieter bestimmen darf. Beim Online-„Kauf“ von Filmen ist es das gleiche. Entscheidet Sony also demnächst, dass ein Spiel jetzt anders oder gar nicht mehr oder nur in meiner Region nicht mehr verfügbar ist, dann ist es halt weg. Vielleicht können sie es sogar von der Platte löschen, würde mich nicht wundern.

Hätte ich eine CD, könnte ich wenigstens die (veraltete) Version davon weiter spielen. Bei digital erworbenen Spielrechten auf Zeit ist das nicht möglich.

Wohin mit alten Spielen und Filmen auf CD?

Ich selbst habe in meinem Laptop kein CD-Laufwerk mehr, sondern nur irgendwo im Schrank ein externes für seltene Fälle. Einfacher ist es da, alte DVDs und BluRays über die PlayStation zu schauen – die ist ja ohnehin an den Fernseher angeschlossen. Wenn die nächste Version der PlayStation kein Laufwerk mehr hat, wird es schwieriger, diese Filme zu schauen. Bei Filmen erhöht das natürlich sicher bei einigen Menschen den Druck, diese auf die Festplatte zu übertragen, um um die CD herum zu kommen. Das ist natürlich nicht erlaubt, verbraucht auch unnötig Speicher, aber es bleiben nur noch wenige Möglichkeiten, diese überhaupt zu schauen. Nun ist die PlayStation nicht hauptsächlich ein Filmabspielgerät, den Schuh muss Sony sich vielleicht nicht anziehen.

Aber gleiches gilt auch für ältere Spiele: Wie soll ich Sony künftig glaubhaft erklären, dass ich ein Spiel seinerzeit als echte CD gekauft habe und es jetzt bitte einfach wieder mal spielen möchte?

Der Frosch im heißen Wasser

Diese Entwicklung fühlt sich an wie das Gleichnis mit dem Frosch, dessen Badewasser so langsam zum Kochen gebracht wird, dass er es nicht bemerkt: Eine PlayStation-Generation ohne die Option, eine Variante mit physischem Laufwerk kaufen zu können, ist eine eindeutige Verschlechterung für die Endkund:innen.

Trotzdem spart die Änderung Geld in der Produktion – vielleicht sogar ja beim Endpreis, wobei ich da nicht drauf wetten würde – und es ist tatsächlich sehr einfach, digitale Spielversionen zu bekommen. Statt irgendwo hin zu fahren und das Spiel zu Öffnungszeiten des Ladens zu kaufen, kann ich einfach abends bezahlen und kurz danach anfangen zu spielen. Ich gehe davon aus, dass wirklich die meisten PlayStation-Spiele online gek– äh, spiellizensiert werden. Aber richtig ist die Entwicklung trotzdem nicht. Ich will mein Laufwerk behalten.

Der geriffelte Untergrund des Controllers – damit er besser in der Hand liegt – besteht aus vielen kleinen PlayStation-Symbolen 🫰


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