Gelesen: Die Nachtigall von Kristin Hannah

1. Mai 2026 · Kommentieren

Für den Schinken braucht man Zeit und Muße, denn es ist eines der anstrengenderen Werke. Was das Leid und die Herausforderungen so unangenehm macht: Der zweite Weltkrieg und die geschilderten Ereignisse haben so tatsächlich stattgefunden.

Am 23. April war Weltbuchtag, darum schreibe ich über einige Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen oder gehört habe und die mir ganz besonders gut gefallen haben. Bei Die Nachtigall von Kristin Hannah passt der Begriff „gefallen“ eigentlich nicht, es hat mich eher nicht mehr losgelassen.

Das Buch spielt im Krieg. Nicht im Rande davon, nicht entlang der Auswirkungen, nein, die Geschichte beginnt am Anfang des zweiten Weltkriegs und dauert seinen gesamten Verlauf über an – mitten drin. Wir begleiten zwei Schwestern dabei, wie sie ihre höchsteigenen Kämpfe austragen. Vianne lebt in einem kleinen Haus in Frankreich südlich von Paris und spürt den Krieg das erste Mal, als Tausende Flüchtlinge ausgehungert nach tagelangem Marsch vor ihrer Tür und teilweise auch in ihrem Vorgarten stehen. Isabelle ihrerseits ist eine Kämpfernatur und will sich, anders als das französische Militär, nicht schnell ergeben.

Vianne versucht, ihre Kinder durch den Krieg und die Hungerjahre zu bekommen, während die Nazis ihr Dorf und sogar ihr Haus besetzen. Isabelle schließt sich dem Widerstand an. Beide treffen sich hin und wieder, und da sie noch nie einen guten Draht zueinander hatten, bleiben die wichtigen Dinge lange unausgesprochen.

Nun wissen wir alle, wie der zweite Weltkrieg ausging, auf die Welt kommt in dem Buch also ein schlimmes aber dennoch gutes Ende zu – ob es den beiden Schwestern vergönnt ist, muss man selbst interpretieren. Wir wissen aber auch, wie der Krieg ablief und das wird vergleichsweise schonungslos beschrieben.

Jedes Mal, wenn ich dachte, es kann alles gar nicht schlimmer werden, legte Kristin Hannah noch eine Schippe drauf. Das Tragische ist, dass anders als in Fantasy-Romanen die Geschehnisse alle wahr und so oder so ähnlich wirklich passiert sind.

Das Buch ist, wie ich finde, packend geschrieben und ich wollte es, einmal angelesen, gar nicht mehr aus der Hand legen. Aus den oben genannten Gründen würde ich es aber nur Menschen empfehlen, die diese bis ins Tiefste erschütternden Geschehnisse aushalten können.

Kategorien:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert