Wo ist denn das kleine Dings, das schwarze?

Als Kind und Jugendlicher hatte ich in der Familie einen tollen Ruf: immer alles finden zu können. Das konnten Sachen sein, die man aktiv gesucht hat, aber auch Dinge, die man gar nicht finden wollte.

Einmal fand ich zum Beispiel im Rinnstein einen Einmalrasierer. Neugierig, wie ich nun mal bin, hob ich ihn auf und zeigte ihn meiner Mutter. Die reagierte natürlich, wie sie es sollte und ließ mich das Ding wegwerfen – weil Krankheiten und so. Da ich aber überaus begeistert von dem kleinen Plastikteil war und es eigentlich gerne behalten hätte, köderte sie mich mit einer extra für mich gekauften Packung Einmalrasierer.

So kam ich also zu meinem ersten Rasierer-Set. Jahrelang lagen die Stielmesser in einer Schublade herum. Ab und zu rasierte ich mir die feinen Haare auf dem Oberarm weg und wunderte mich jedes Mal, warum die Erwachsenen das täglich machen.

Ein anderes Mal wollte ich mit meinem Bruder Ball spielen. Wir hatten beide als Geschenk einen besonderen Knautschball bekommen und wir hatten uns im Wohnzimmer zum Spielen verabredet. Ich war da, wer nicht kam, war mein Bruder. Irgendwann ging ich suchen und fand ihn in seinem Zimmer. „Ich finde den Ball nicht“, maulte er, während ich noch in der Tür stand. Ich zeigte drauf: „Da liegt er doch.“ – Hätte er mich mal eher gefragt.

Auch heutzutage finde ich ständig Dinge, die andere Menschen suchen. Wenn ich allerdings mal selbst etwas verlegt habe, dann natürlich nicht. Wie so ein Zahnarzt – der kann sich auch nicht selbst… lassen wir das.


Evelyn Mostrom

Der denkwürdigste Moment der Reihe fand allerdings bei einen kleinen Tour mit ein paar Freunden statt. Wir fuhren in ein Moor, übrigens ein sehr spaßiges Unterfangen. Ständig blieben irgendwelche Kindergummistiefel stecken und man musste gerettet werden. Ich fand das damals reichlich gruselig und bin mir unsicher, ob das wirklich ein Ort für Kinder in unserem Alter war. Ganz sicher war es aber kein Ort für die herausnehmbare Zahnspange, die ich am Wegesrand entdeckte.

Ein großartiger Fund, alle mussten sie natürlich bewundern kommen. Wir malten uns aus, wie man überhaupt eine Zahnspange verlieren konnte und ob das womöglich Absicht gewesen war, denn sind wir mal ehrlich: Angenehm ist es nicht, die Metalldrähte zu tragen. Natürlich konnte niemand die offenen Fragen beantworten und dieses Mal fühlte ich mich auch nicht geneigt, das Fundobjekt mit nach Hause zu nehmen. Ich weiß auch nicht, mit welcher Alternative meine Eltern mich davon hätten abhalten können. Mit diesen Drahtkonstruktionen würde ich auch noch früh genug Bekanntschaft machen – auch wenn ich das damals noch gar nicht ahnte.

Frohes Finden!


PS: Wer zuerst den Erfinder des Titels dieses Blogeintrags nennen kann, gewinnt… Anerkennung!

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