Kaffee

»Willst du einen Kaffee?«

Wie oft wurde ich das gefragt, bevor ich endlich ja sagte! Nachdem ich als Kind einmal probiert hatte und es scheußlich schmeckte (»wie können Erwachsene das nur trinken?«), war ich jahrelang clean. Später wurde ich häufig gefragt, ob ich nicht doch mal probieren wollte. Ich war auch gut im Kaffeekochen, er roch mittlerweile für mich sogar ganz lecker, aber nein, ihn zu trinken war trotzdem keine Option.

Im Job dann wurde ich ebenfalls ein paar Mal gefragt, verneinte, Ende der Geschichte. Bis dann während eines anstrengendes Tages eine Kollegin anbot, Kaffee zu kochen – und ich sagte ja.

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Irgendwann musste das ja wohl passieren.

Und jetzt ist es um mich geschehen. Ich trinke Kaffee in allen möglichen Variationen: Vom Filterkaffee über Senseo- und Kapselkaffee bis hin zu Kreationen wie Latte und Espresso Macchiato ist alles dabei. Schrecklich. Nicht, dass ich mich als Kenner bezeichnen würde, überhaupt nicht. Trotzdem passiert es ab und zu, dass sich mein Geschmack verändert: So war ich mal zwei Wochen in Italien und bekam täglich mehrfach frischen Espresso aus einer teuren Maschine serviert. Als ich auf der Rückfahrt bei einer deutschen Tankstelle anhielt und einen Kaffee im Pappbecher bestellte, war das Gesöff darin fast nicht mehr trinkbar (hat sich mittlerweile aber wieder gebessert).

So auch neulich: Ich bekam einen Kapselkaffee – ebenfalls aus Italien – in die Hände und trank ihn ohne besondere Vorkommnisse. Er schmeckte gut, nicht zu stark, geradezu weich. Und es war 17 Uhr. Als ich mich sieben Stunden später bereits seit knapp 90 Minuten schlaflos im Bett wälzte, wurde mir klar, was der Grund sein musste…! Trotzdem würde ich nie auf Kaffeegenuss verzichten wollen. (Okay, auf diesen ominösen Wachmacher schon.)

Also, was ist es nun? »Die Wissenschaft« hat festgestellt, dass Koffein im Laufe der Evolution zwei Mal unabhängig voneinander entstand (einmal in Kaffee und ein anderes Mal in Tee und Kakao). Mehr dazu lernt man im Methodisch inkorrekt-Podcast. Die Pflanzen haben mit dem Koffein die Tiere, die sie aßen, erstens glücklich und zweitens abhängig gemacht.

Außerdem, das haben US-amerikanische Forscher herausgefunden, hält Kaffee jung: Dunkel geröstete Kaffeebohnen verringern die Anzahl gebrochener DNA-Stränge, was durch langsamere Zellalterung eben auch dazu führt, dass die Haut länger frisch bleibt. Nimm das, Nivea!

Dieser gesamte Artikel lässt sich mit den zwei Worten zusammenfassen: Glücklich und abhängig. Dem lässt sich wohl nichts hinzufügen, außer: »Die Natur hat wieder gesiegt.«

Foto: jarmoluk/pixabay

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