Die schwedische Rechtschreibung

Heute bekommen – und ich denke nur, „wo er Recht hat…“:

Die Deutsche Rechtschreibung ist ja nicht ganz einfach, zumal wenn man noch alte, mittlere und neue Deutsche Rechtschreibung berücksichtigen muss. Im Zuge der königlichen Hochzeit in Schweden sind jetzt allerdings Details der schwedischen Rechtschreibung offenbar geworden, die die deutschen Regeln doch klar in den Schatten stellen.

Den Journalisten und sonstigen Berichterstattern vom Hochzeitsgeschehen war aufgefallen, dass die diversen Gustafs mal mit f und mal mit v am Ende notiert waren, und dies auch dann, wenn es sich um ein und dieselbe Person handelte. Nachlässigkeit? Nein. Eine kundige Person gab Auskunft: Ein Gustaf, der noch unter den Lebenden weilt, schreibt sich mit f, ein verstorbener Gustav dagegen mit v. Eine interessante Rechtschreibregel, nicht wahr?! Ob wohl Bücher umgeschrieben werden, wenn Gustaf zu Gustav mutiert? Ob diese Regelung nur für königliche Gustafs gilt oder auch für Hinz und Kunz (äh – Gustaf und Gustav) von der Straße, darüber sagt meine Informationsquelle leider nichts.

Aber die Schweden wären nicht die Schweden, wenn sie nicht noch eins draufsetzten. Besonders akribischen Beobachtern fiel auf, dass zwei königliche Gustavs, obwohl unbestritten bereits verstorben, dennoch fürderhin als Gustaf geschrieben werden. Erklärung: Der gegenwärtige König (Karl XVI Gustaf) hat verfügt, dass diese beiden Gustafs zu seinen (Karl XVI Gustafs) Lebzeiten weiterhin als Gustaf und nicht als Gustav zu schreiben seien, da er sie persönlich gekannt habe.

Es wäre schön zu wissen, ob die schwedische Version der Microsoft-Word-Rechtschreibprüfung diese Feinheiten beherrscht.

3 Kommentare

  1. Die Schweden gehen generell cool mit Sprache um. Fremdwörter, die es in die eigene Sprache geschafft haben, sind so sehr assimiliert, dass man sie kaum erkennt.

    Man behält also nicht unbedingt die fremde Schreibung bei, sondern passt sie gnadenlos an.

    So habe ich letztens in Rostock einen Bus mit der Aufschrift „Bergkvarabuss“ gesehen. Inwiefern das jetzt etwas mit dem Deutschen zu tun hat, ist unklar, aber generell ist diese Tendenz im Schwedischen schon zu erkennen. :o)

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