Träumen

Träumen.

Was für ein schöner Begriff. Wer hat noch nie aus dem Fenster geschaut und seinen Gedanken nachgehangen? Man blickt auf einen Baum oder eine Straße, sieht aber eigentlich gar nicht dorthin, sondern in sich hinein. Wenn ich ins Tagträumen verfalle, merke ich das normalerweise anfangs gar nicht. Irgendwann fällt mir dann auf, dass ich vielleicht sogar jemanden ansehe, ohne es zu realisieren. Einmal habe ich tatsächlich eine ganze Weile einer Frau in den Ausschnitt gestarrt, aber es hat sich zum Glück niemand beschwert.

Wenn andere träumen, schaue ich gern dabei zu. In dem Moment sind die Menschen so dermaßen abwesend, dass sich die Gesichtszüge entspannen. Es ist ein bisschen wie Schlafen mit offenen Augen. Ich frage mich dann oft, wo derjenige wohl gerade ist und was er erlebt. Denkt er an frühere Zeiten, die Kindheit, das gestrige Fußballspiel? Oder an die Zukunft, den Partner, die Affäre? Oft sind es dann aber doch die ganz kleinen Dinge: Das Computerspiel, eine bestimmte Situation in der nahen Vergangenheit oder der Gedanke an einen lieben Menschen.

Was auch immer von demjenigen gerade Besitz ergreift, es ist in der Regel gutartig. Und so störe ich den Träumer nicht, sondern erfreue mich an diesem Bild. Schön, wie der Körper sich ab und zu kleine Auszeiten und Loslösungen nimmt.

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